Der Beamte – Franz Grillparzer

Einleitung

Euerer Majestät Allerhöchster Genehmigung zu ertheilen, ich finde aber auch keinen Anstand, seine Bitte zur Vornahme der be­zeichnten Reise allerunterthänigst zu unterstützen, da sie einerseits die Stär­kung seiner körperlichen geschwächten Kräfte bezweckt, zu deren Erreichung ich ihm einen sechswochentlichen Urlaub zu gönnen kein Hinderniß sehe, andererseits auch zum Beweggründe haben dürfte, künst­lerisches Talent zu beleben". 12 Scontro des k.k.Finanzministeriums 1826 Grillparzers zahlreiche und ausgedehnte Urlaube, die ihm mit Rücksicht auf seine literarische Tätigkeit immer wieder ge­währt wurden, sind auch im "Scontro", das er zu führen hatte, nachweisbar. So auch jener Urlaub, um den er bereits am 3. Juni 1826 (Nr. 18) angesucht hatte, den er am 21. August antrat und in dessen Verlauf er in Weimar mit Goethe zusammentraf. Am 29. September war er bei dem Dichterfürsten und Geheimrat zum Tee, am 1. Oktober zum Mittagessen, am Tag darauf wurde er bei Goethe von Schmeller gezeichnet und am 3. Oktober schließlich wurde ihm zu Ehren auf dem Schießhaus ein Fest gegeben. Grillparzer verließ Wien am Abend des 21. August, doch versah er an diesem Tag noch seinen Dienst, wie einige Eintragun­gen von seiner Hand im Scontro beweisen. Die letzte Zahl war 4-916, unter der er eine Eingabe des Steirischen Guberniums eintrug. Nach seiner Rückkehr setzte seine Tätig­keit am Scontro am 34* Oktober 1826 mit der Zahl 6174- und der Eintragung einer "Haupt­übersicht der Bewegungen der österreichi­- 6 -

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