Manfried Rauchensteiner: Waffentreue – Die 12. Isonzoschlacht 1917

Lorenz Mikoletzky: Zum Geleit

ZUM GELEIT War die Lage an den österreichischen Fronten im Jahr 1917 nach Ansicht der Militärs anfangs eine nicht so ungünstige, so sollte im Spätherbst dieses Jahres gerade an der italienischen Front eine unerwartete Wendung eintreten. Die Kämpfe am Isonzo hatten die österreichische Seite nach elf Schlachten bis aufs Äußerste erschöpft und man befürchtete, dass ein weiterer italienischer Stoß eine Katastrophe bringen würde. So sollte die am 24. Oktober 1917 begonnene Offensive die eigene Front entlasten. Die Erfolge waren unerwartet groß, konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage im Hinterland immer trostloser wurde und alles in allem der „Marsch” in den „Untergang” der Monarchie beschleunigt vor sich ging. Der 12. Isonzoschlacht war ein Forschungspraktikum an der Universität Wien unter der Leitung von Hofrat Univ.-Prof. Dr. Manfried Rauchensteiner gewidmet. Ziel war es, ein Thema nicht nur im Hörsaal zu erarbeiten, sondern die Ergebnisse auch tatsächlich in einer Ausstellung sichtbar werden zu lassen. Diese Idee hat das Österreichische Staatsarchiv gerne aufgegriffen und dankt schon vorweg allen an dem Projekt Beteiligten sehr herzlich. Neben dem Seminarleiter, der seine langjährigen Erfahrungen im Ausstellungswesen mehr als nur einbrachte, sei Frau Mag. Andrea Brait und Frau Amtsdirektorin Michaela Follner herzlichst für ihren unermüdlichen Arbeitseinsatz gedankt. Den verschiedenen Leihgebem sei ebenso der Dank ausgesprochen, denn ohne ihr Material wären so manche Gedanken nicht anschaulich wiederzugeben. Es ist das eine Ausstellung, die sich mit einer Seite der Menschheit beschäftigt, die durch die Jahrtausende ihres Daseins immer wieder dunkelste Wolken auf ihre Geschichte wirft und bei der immer wieder die Frage gestellt wird, ob nichts aus der Vergangenheit gelernt wird? Es scheint so zu sein, aber auch diese Darstellung der zwölften Isonzoschlacht wird versuchen, einmal mehr zu zeigen, wie unsinnig derartige Unternehmungen sind. Hon.-Prof. Dr. Lorenz MIKOLETZKY Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs 1

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