Manfried Rauchensteiner: Waffentreue – Die 12. Isonzoschlacht 1917
Franz Felberbauer: Die 12. Isonzoschlacht: Der Operationsplan und seine Durchführung
Abb. 3: Angriffsplan des 35. Gaswerferpionierbataillons am 24. Oktober 1917 bei Flitsch Da der Raum Tóiméin keinerlei Einsatzmöglichkeit bot, wurden nach Anweisung von GdI Krauß bei Flitsch 894 Rohre für 18 cm Gaswurfminen im Isonzobrückenkopf eingegraben und mit einem Schlag auf die italienischen Stellungen in der „Großen Rachel“, einen 30 m tiefen und 700 m langen Graben zwischen der Straße nach Saga und dem Isonzo abgefeuert. Diesem Einschnitt, der mit Maschinengewehren, Minenwerfern, schweren Flaubitzen und ca. 1.000 Mann Reservetruppen belegt und bunkerartig ausgebaut war, war mit Artillerie oder konventionellen Minenwerfern nicht beizukommen. Aus: FFanslian, Rudolf: Der chemische Krieg. Berlin 2., umgearb. und wesentl. vermehrte Aufl. 1927, S. 145. Bei Flitsch schoss das deutsche 35. Gaswerferpionierbataillon48 mit einem einzigen Schlag 894 18 cm Gasminen aus im Boden eingegrabenen Abschussrohren auf die italienischen Reservestellungen südlich von Flitsch, um 48 Der Gasminenwerfer war eine englische Entwicklung („Livens Projector“), ein im Boden einzugrabendes Eisenrohr mit einer „halben“ Industriegasflasche als elektrisch abgefeuertem Geschoss. Gas-, Brand- oder Sprengstofffullung war möglich. Die Engländer schossen damit bei Arras am 17. April 1917 3.827 Geschosse mit 51 t Phosgen in einer einzigen Salve gegen die Deutschen ab. Die Deutschen entwickelten nach Beutewaffen ihren eigenen 18 cm Gasminenwerfer. Vgl. dazu: Hogg, lan V.: The Encyclopedia of Weaponry. London 1992, S. 119 f. 26