Historische Momente polnisch-österreichischer Beziehungen vom 14. – 20. Jh.
II. Allianzen, Kriege
König Johann III. Sobieski ratifiziert das in Warschau am 31. März 1683 mit Kaiser Leopold I. vereinbarte Offensiv- und Defensivbündnis gegen die Osmanen Warschau 31. Mai 1683 Signatur: ÖStA/HHStA, Allgemeine Urkundenreihe 1683 III 31 Original, Pergamentlibell mit 1 Siegel Angesichts der akuten, täglich wachsenden Kriegsgefahr gelang es einer kleinen kaiserlichen Delegation bereits nach kurzen Verhandlungen, am 31. März 1683 mit dem Sejm in Warschau erstmals eine kaiserlich-polnische Allianz gegen die Osmanen zustande zu bringen. In dem Bündnis verpflichteten sich beide Seiten, ein Heer von je 40.000 Mann gegen den gemeinsamen Feind aufzustellen, Kaiser Leopold I. sollte zusätzlich Hilfstruppen aus dem Reich sowie aus Ungarn in der Stärke von weiteren 20.000 Mann aufbringen und darüber hinaus die polnischen Rüstungen auch finanziell unterstützen. Die verbündete Armee erreichte zwar nicht einmal die Hälfte der vereinbarten Soll-Stärke, dennoch gelang es ihr in der Entsatzschlacht am 12. September 1683, das osmanische Belagerungsheer knapp vor der befürchteten Eroberung Wiens zu vertreiben. 18 Ernst Petritsch 19 Antitürkischer Bündnisvertrag („Heilige Liga”) Kaiser Leopolds I., König Johanns III. Sobieski von Polen und der Republik Venedig Linz 5. März 1684 Signatur: ÖStA/HHStA, Allgemeine Urkundenreihe 1684 III 5 Original, Papierlibell mit den Unterschriften der Unterhändler, Latein Mit der Heiligen Liga erlebte das Bündnis von 1683 seine Fortsetzung. Sie hatte einen wesentlichen Anteil an der Rückgewinnung Ungarns durch die Habsburgermonarchie und an der Rückgewinnung von Teilen der Ukraine und 29