Historische Momente polnisch-österreichischer Beziehungen vom 14. – 20. Jh.
I. Dynastische Heiratsverbindungen und habsburgische Thronkandidaturen
Zimburgis von Masowien war seit 1412 mit Herzog Ernst dem Eisernen aus der leopoldinischen Linie der Habsburger verheiratet; drei Jahre später wurde sie die Mutter des späteren Kaisers Friedrich III.. Die Eheschließung war Teil eines polnischösterreichischen Bündnisses, das auch dem Bruder der Braut, Alexander, eine Karriere im habsburgischen Machtbereich einbrachte; er wurde im Jahr 1423 Bischof von Trient. Die Vergabe des ersten freiwerdenden Benefiziums an den Pfarrer von Bruck, also das Recht der primae preces, war, wie die Erzherzogin in der Urkunde schreibt, ein altes Recht, das Sie nun zugunsten des Brücker Pfarrers ausübte. Thomas Just 3 König Kasimir IV. von Polen verschreibt seiner Frau Elisabeth, Tochter König Albrechts II., zur Sicherstellung ihres Heiratsgutes von 100.000 ungarischen Gulden mehrere Städte, Schlösser und Herrschaften Krakau 15. August 1453 Signatur: ÖStA/HHStA, Allgemeine Urkundenreihe 1453 VIII 15 Original, Pergament mit Siegel, Latein Elisabeth (1436/37-1505) kam nach dem Tod ihres Vaters vorerst unter die Obhut des späteren Kaisers Friedrich III., ehe sie 1454 mit dem Jagiellonen Kasimir IV. (Kg. 1446-1492) vermählt wurde. Die Trauung in Krakau wurde von Giovanni Capistrano vorgenommen. Während ihrer 38 Jahre dauernden Ehe übte sie beträchtlichen politischen Einfluss aus. Leopold Auer 20