1705 – Was vor 300 Jahren geschah…

Zum Geleit

Maria Theresias dar. Sie hat für den Bereich der Habsburgermonarchie unter Einbeziehung des in seinen historischen Grenzen wiederhergestellten Ungarn einen von barocker Kultur und barocker Frömmigkeit geprägten gemeinsamen Kulturraum geschaffen, dessen Gemeinsamkeiten bis heute nachwirken. Die im Anschluss an das Türkenjahr 1683 geführten Kriege gegen das Osmanische Reich bedeuten einen wesentlichen Einschnitt in der Beziehung und auch Grenzziehung Europas zum Islam. Schließlich haben manche typische Merkmale der österreichischen Gesellschaft wie der Einfluss der Bürokratie, die staatliche Lenkung der Wirtschaft oder die Rolle des Theaters in der Zeit um 1705 wichtige Impulse empfangen. Die Schrift- und Bilddokumente der Ausstellung, die ausschließlich aus den Beständen des Haus-, Hof- und Staatsarchivs ausgewählt wurden, was naturgemäß auch manches Defizit nach sich zieht, möchten vor dem Hintergrund dieser mitgedachten Verbindungslinien zu unserer Gegenwart sowohl einen Eindruck von zeitlichem Abstand und Fremdheit wie von Nähe und Vertrautheit über diesen Abstand hinaus vermitteln und damit eine Epoche in ihrem Eigenwert veranschaulichen, die wie jede andere auch, um ein Wort Rankes zu gebrauchen, unmittelbar zu Gott ist, und deren Wert nicht allein auf dem beruht, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst. Abschließend möchte ich allen meinen Mitarbeitern und der Stabsabteilung des Österreichischen Staatsarchivs für das Zustandekommen dieser Ausstellung danken und ihr möglichst viel Echo und Erfolg wünschen. Leopold Auer Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs

Next

/
Thumbnails
Contents