1705 – Was vor 300 Jahren geschah…

6. Wirtschaft und Finanzen

Was diese Quellen nicht wiederspiegeln, sind allfällige Finanznöte der besitzenden jeschlechter, die zu Verpfandung oder Verkauf ganzer Herrschaften zwangen. Ulerdings gab es damals auch schon aufstrebende Grundbesitzer von weitaus geringerem Rang, die z.B. als Armeelieferanten reich wurden. Was wir hier sehen, st, wie die Herrschaft in ihrem begrenzten wirtschaftlichen Bereich funktionierte. Darüber hinaus bieten die Quellen aus herrschaftlichen Archiven wertvolle nformationen über die Gepflogenheiten und die Abläufe sozialer Alltagsereignisse vie Eheschließung, Vererbung, Liegenschaftsverkauf, Dienstleistungen und deren nögliche Umwandlung in Geldleistung etc. Dass gewöhnliche Rechnungsbücher solche Informationen liefern können, verdanken wir dem Umstand, dass alle genannten Handlungen - und viele mehr - gebührenpflichtig waren, und dass in len Rechnungsbüchem oft genug nicht nur die Tatsache des Gebühreneingangs /ermerkt ist, sondern das zu Grunde liegende Ereignis ausführlich beschrieben, ja geradezu dokumentiert ist. Katalog Mr. 89 Patent Leopolds I. betreffend Wertminderung bayrischer Münzen in Österreich 28. April 1706 Signatur: StK Patente Kt. 19 Druck, Papier Es handelt sich hier um eines der letzten Patente Kaiser Leopolds I. Die Wertreduzierung der großen bayrischen Münzen (feste Umrechnungskurse zum österreichischen Gulden) sowie das Verbot der kleinen bayrischen Münzen sollte weitere “Confusion und Calada“ des Münzwesens verhindern. Mr. 90 Kundmachung der Resolution Kaiser Josephs I. betreffend Patent zum rabak-Aufschlag durch den Landeshauptmann des Erzherzogtums Österreich ob der Enns (Oberösterreich) Franz Joseph Graf von Lamberg Linz, 3. August 1705 Signatur: StK Patente Kt. 19 Druck, Papier Den Anlass zu dieser Kundmachung des noch von Kaiser Leopold I. am 5. Oktober 1704 erlassenen Patents bildete der Tabakschmuggel sowie die

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