1705 – Was vor 300 Jahren geschah…
3. Kaiser Joseph I.
Graf von Thum, zum Oberststallmeister Nikolaus Graf Palffy und zum Oberstküchenmeister Ferdinand Graf von Mollart ernannt. Irmgard Panger 3. Kaiser Joseph I. Kaiser Joseph I. wurde am 26. Juli 1678 als erster Sohn Kaiser Leopolds I. unc Eleonores von Pfalz-Neuburg in Wien geboren. Dem jungen Erzherzog wurde eine Erziehung zuteil, die ihn schon frühzeitig auf das Herrscheramt vorzubereiter hatte; dazu gehörte auch das Erlebnis der Flucht aus Wien anlässlich dei Türkenbelagerung und des anschließenden Triumphs der kaiserlichen Waffen 1687, mit neun Jahren, wurde er zum ungarischen, 1688 zum böhmischen, 169C — als Elijähriger - in Augsburg zum römischen König gekrönt. Die Hoffnungen, die sich an seine Person knüpften, waren groß; schon früh wurde er mit bedeutender Persönlichkeiten verglichen. Auf einer Ehrenpforte von 1690 triumphierte dei Zwölijährige als deutscher “roi soleil“. Auf dem großen Fresko in Schloss Schönbrunn ist Joseph I. als Lichtgott und “König Sonne“, der die Mächte dei Finsternis besiegt, dargestellt. Wohl um seine frühe Neigung zu amouröser Abenteuern mit Hofdamen einzudämmen, dachten die Eltern schon seit 169( daran, ihren Kronprinzen zu vermählen. Man fasste dafür die um fünf Jahre ältere Wilhelmine Amalia von Braunschweig-Hannover ins Auge, deren Vater katholiscl geworden war und die in ihrer klugen Art einen guten Einfluss auf den künftiger Kaiser ausüben sollte. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts versuchten der junge Joseph und seine Berater Einfluss auf Leopold I. zu gewinnen, und trugen wesentlich zur Entscheidung füi den Eintritt in den Spanischen Erbfolgekrieg bei. Joseph drängte zu Neuerunger in dem erstarrten Regierungssystem Leopolds I. Nach seinem Regierungsantrit 1705 brachte er zunächst seine Vertrauensleute in Schlüsselpositionen. Kar Theodor Fürst Salm wurde Obersthofmeister und Leiter der Geheimen Konferenz Ihm war offensichtlich die Rolle des Ersten Ministers zugedacht. Gundaker Gra: Starhemberg als Hofkammerpräsident, Prinz Eugen als Hofkriegsratspräsident unc Feldherr sowie die beiden österreichischen Hofkanzler bildeten ein schlagkräftige: Team. Zu ihnen trat noch im Laufe des Jahres 1705 der neue Reichsvizekanzlei Friedrich Karl von Schönbom, der Neffe des Mainzer Kurfürsten. Tatsächlicl gelang es ihnen, die Zentralbehörden teilweise zu modernisieren und, mittel: der 1706 gegründeten Stadtbank, die Finanzen zu stabilisieren. Der Spanische Erbfolgekrieg wurde ebenso fortgesetzt wie der Kampf gegen die ungarischer