Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA
Hauptraum (Nr. 1–344)
56 159. 1716 August 17, Zenta (a. d. Theiß). Prinz Eugen von Savoyen berichtet (vermutlich dem Grafen Mercy) vom Übergang der kaiserlichen Armee über die Theiß auf dem Vormarsch gegen Temesvár (Abb. 5). Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Kriegsakten Fasz. 269. — Temesvár wurde am 12. Oktober 1716 erobert. Diesen Erfolg verdankte Österreich der überragenden Feldherrnbegabung des Prinzen Eugen (1663—1736), der unter drei Kaisern als Feldherr und Staatsmann diente. Uber seine wissenschaftlichen und künstlerischen Interessen vgl. Nr. 194 und 195. 160. 1717 September 5, Nis (Serbien). Mustafa Pascha, Festungskommandant von Belgrad, richtet nach dem in der Kapitulation ausbedungenen freien Abzug der Besatzung aus der eroberten Festung das erste Friedensangebot an den Prinzen Eugen. Orig., Papier: Türkische Urkunden. — Die Pence (Unterschrift des Paschas) links unten heißt übersetzt: „Mustafa, vormals Festungskommandant von Belgrad“. Die Adresse (rechts) lautet: „Brief an den prächtigen, verehrungswürdigen, Schätzungswerten Prinzen von Savoyen, Eugenius — mögen seine letzten Tage im Guten und auf dem rechten Pfade beschlossen werden — derzeit oberster Minister des Staates des majestätischen Kaisers“. Das Angebot Mustafas, das schon die Abtretung Belgrads und eines Teiles von Serbien vorsieht, bildet eine Vorstufe des am 21. Juli 1718 in Passarowitz geschlossenen Friedens, bei dem Österreich das Temesvárer Banat, die kleine Walachei und Teile von Serbien und Bosnien mit Belgrad erhielt und damit seine größte Ausdehnung auf dem Balkan erreichte. XX. Kaiser Karl VI. 161. 1713 April 19, Wien. Kaiser Karl VI. publiziert vor den versammelten Geheimen Räten und Ministern die „Pragmatische Sanktion“ über die Unteilbarkeit