Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA
Hauptraum (Nr. 1–344)
53 Orig., Pergamentlibell, 5 Folien, mit der Unterschrift und dem Siegel des Königs: Urkundenreihe. 152. 1683 September 11, auf dem Kahlenberg (bei Wien). P. Marco d’Aviano beschreibt Kaiser Leopold I. das von den Türken belagerte Wien am Tage vor dessen Befreiung durch das Entsatzheer. Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Familienkorrespondenz A, Karton 12. — 18. Zeile von unten: „Giá la cittä con il sbarro del cannone nostro ha avuto l’avviso della nostra venuta, e si difende bravamente, e giä ha cor- risposto con il segno di saper la venuta nostra.“ (Schon erhielt die Stadt durch einen Kanonenschuß das Zeichen unserer Ankunft, sie verteidigt sich tapfer, und hat bereits mit einem Signal kundgetan, daß sie von unserer Ankunft weiß.) — Der türkische Großwesir Kara Mustafa hatte am 14. Juli 1683 mit ca. 160.000 Mann die Belagerung der Stadt begonnen. Diese hielt sich unter dem Kommando Graf Rüdigers von Starhemberg bis zum Entsatz. König Johann Sobieski führte auf Grund des Bündnisses vom 31. März (vgl. Nr. 151) 20.000 Mann heran und vereinigte sich Anfang September mit dem Reichsheer unter der Führung Herzog Karls von Lothringen, das zu diesem Zeitpunkt aus ca. 76.000 Mann bestand. Die verbündeten Armeen griffen am 12. September vom Wiener Wald her die Türken an, die vernichtend geschlagen wurden. Am 13. September zog Johann Sobieski, am 14. der Kaiser in das befreite Wien ein. 153. 1686 Juni 18, Ofen. Kundschafterbrief des armenischen Schneiders Gabriel aus dem belagerten Ofen an den Wiener Kaufmann Johannes Diodato über den Zustand der Festung (mit sympathetischer Tinte). Orig., Papier: Hungarica Fasz. 427, fol. 110 f. in armenischer Sprache und Schrift. — Die Tinte wurde durch Erwärmung sichtbar (links oben ist das Blatt dabei angesengt worden). Die Geheimschrift beschreibt die Lage der Minen und gibt Anweisung, sich zuerst der Befestigungen beim Wiener Tor zu bemächtigen. Gabriel erzählt vom vergeblichen Bemühen, einen Türken zur Sprengung des Pulvermagazins zu gewinnen: „Wenn Du midi wegen des Pulvermagazins fragst,