Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA
Hauptraum (Nr. 1–344)
44 licht. Die vorliegende, zweite kaiserliche Ratifikation, in der Vasilij nicht mehr — wie in der 1. Fassung — „Zar“ genannt wird, wurde russischerseits nicht angenommen. 121. 1517 April 21, Moskau. Sigmund von Herberstein schildert in seiner Selbstbiographie seine Audienz als kaiserlicher Gesandter bei Großfürst Vasilij. Abschrift, Papier, saec. XVI (mit handschriftlichen Zusätzen Herbersteins): HS. Böhm 163, Sign, rot 11, fol. 57*, 58r. — Sigmund von Herberstein, als Verfasser der „Mos- kovia“ der Begründer der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Slawen, beschreibt in seiner berühmten Selbstbiographie (von ihm selbst „Familienbuch“ genannt) sein Leben und seine Reisen. Die Zeichnung von Augustin Hirsvogel stellt den Zaren dar, ist aber erst dreißig Jahre später entstanden. 122. 1575 Dezember 18, bei Warschau. Jakob Uchanski, Erzbischof von Gnesen, und die polnischen Stände wählen Kaiser Maximilian II. zum König von Polen. Orig., Perg., mit 58 Siegeln: Urkundenreihe. — Im Jahr 1573 hatte der Kaiser vergeblich gesucht, die Krone von Polen zu erringen. Nachdem sein siegreicher Rivale, Heinrich von Anjou, 1574 als Heinrich III. die Sukzession in Frankreich angetreten hatte, wurde Maximilian II. am Wahltag von Warschau am 12. Dezember 1575 vom polnischen Senat zum König ausgerufen. Die Gegenpartei, die hauptsächlich aus dem niederen Adel, der Szlachta, bestand, wählte zwei Tage später Stephan Báthory von Siebenbürgen. Maximilian II. hat die Wahl zwar angenommen, blieb aber, kurz vor seinem Tod, untätig, so daß sich Báthory ohne Widerstand Polens bemächtigen konnte. 123. 1599 Mai, Moskau. Zar Boris Godunow teilt Kaiser Rudolf II. seine Thronbesteigung mit und notifiziert seinen Gesandten Afanasij Vlasjev. Orig., Papier: Russica I (russische Urkunden). — Das Schreiben wurde von Vlasjev, der infolge der Verweigerung der Durchreise durch Polen über Archangelsk fahren mußte,