Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden
Walter Chiba: Geleitwort
GELEITWORT DES PRÄSIDENTEN DER ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR ORDENSKUNDE Am 16. Juni 2005 begeht die ÖGO ihr 15-jähriges Bestandsjubiläum. Seit 1990 hat diese private, wissenschaftliche Vereinigung bedeutende Erfolge erzielt, die trotz größter Bescheidenheit zur Freude und zur Bestätigung des eingeschlagenen Weges Anlass geben. Orden und Auszeichnungen sind ein wesentlicher Bestandteil nicht nur unserer Gesellschaft. Eine unübersehbare Zahl von Publikationen hat sich mit dem menschlichen Sehnen nach Anerkennung und der daraus resultierenden Dekorierung mit Symbolen der verschiedensten Völker, Staaten und Glaubensgemeinschaften beschäftigt. Die Tatsache, dass auch „Unwürdige“ ausgezeichnet wurden und auch in Zukunft werden, ist nicht vermeidbar und kann daher nie zu einer alle befriedigenden Lösung führen - außer man schafft Auszeichnungen überhaupt ab. Dies ist jedoch der überwiegenden Zahl der Staaten unserer Erde, die sich mit Stolz zu ihrer Souveränität, ihren nationalen Eigenheiten, ihrer Geschichte und ihren Traditionen bekennen, wohl unzumutbar. Dies anzuerkennen sollte uns unser demokratisches Selbstverständnis gebieten. Ich meine, dass um unseren Staat, ein Bundesland, eine Gemeinde oder eine Organisation verdiente Menschen auch öffentlich hervorgehoben werden sollen. Die Art, in der das erfolgt, mag verschieden sein. Unbestritten bleibt jedoch, dass Lob, in welcher Form auch immer, für die Entwicklung einer Person von Jugend an, soll sie in ihrer Entfaltung nicht verkümmern, von größter Bedeutung ist. Daher soll diese Ausstellung dazu dienen, das überwiegend Positive öffentlicher Hervorhebung darzulegen. Die Orden Altösterreichs bieten außer ihrer unleugbar künstlerischen Schön- und Erlesenheit zahlreiche historische Hinweise auf die Geschichte unseres Staates. Sie könnten dazu anregen, sich mit der Historie und den Traditionen unseres Landes näher zu befassen, vor allem in der Jugend das Interesse für Geschichte und Tradition wach zu halten und zur Leistungssteigerung aus eigenem Antrieb anzuspornen. Die gezeigten „Zeichen des Lobes“ sind eben nicht nur „begreifbare“ Symbole der längst vergangenen jedoch noch immer gegenwärtigen Donaumonarchie, sondern auch Erinnerungen an uns in die Ewigkeit vorausgegangene und oft auch vergessene Menschen. Ich danke dem Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Hon.-Prof. HR Dr. Leopold Auer, allen Leihgebern, insbesondere dem Orden vom Goldenen Vlies, den Kuratoren der Ausstellung, HR Dr. Gerhard Artl und OR Mag. Dr. Walter Blasi 7