Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 26. (Budapest, 2008)

András SZILÁGYI: Vergänglichkeit, Treue, Tod. Kunstwerke mit allegorischen Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert

stücke. Wir denken dabei an die beiden zuletzt erwähnten Londoner Ringe und an das Stück aus der Sammlung Esterházy. Diese waren zweifelsfrei Liebesgeschenke, die vom Auftraggeber als Äußerung der Absicht der Trauung der „Erwählten" übergeben oder übersandt wurden. Es ist weiters sehr wahrscheinlich, dass diese Schmucksstücke auch ihre Bestimmung erfüllt haben. Wer seinerzeit ein derartiges „persönliches" Geschenk empfing und als Pfand seiner Treue annahm - und später an seine Nachkommen vererbte und somit für dessen Überdauern sorgte -, legte zugleich auch ein Zeugnis ab; ein Zeugnis von seiner „Verpflichtung", von der Gegenseitigkeit der Gefühle, also von seiner Liebe zu seinem Gatten bis ans Grab. Zuletzt sei hier noch eine ergänzende Bemerkung angefügt. Der Termin - der sog. Memento mori-Ring -, der in den meisten Publikationen der internationalen Fachlite­ratur 28 für die Bezeichnung der verschiede­nen Varianten des wohl bekannten Objekttyps, des Ringes mit einem Toten­kopf, einheitlich, ohne besondere Differenzierung gebraucht wird, wäre in unserem Fall wohl fehl am Platze. Wir sind davon überzeugt, dass die ungarischen Experten der barocken Schmuckkunst wohl richtig verfuhren, als sie den Gebrauch dieses Termins seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts folgerichtig vermieden haben. Als Ergänzung dessen soll hier noch eine allerletzte Bemerkung stehen: Die Autoren, die sich mit diesem Schmuckstück befassten, wünschten an der traditionellen Bezeichnung - „Giftring" -, die in der ersten Veröffentlichung des Stücks dafür verwen­det worden war, 29 nichts zu ändern. Im Einklang mit der Konklusion unseres Beitrags finden wir es aber richtiger, wenn wir fortan folgende Bezeichnung gebrauchen: Ring mit Symbolen der Liebe und der Treue bis ans Grab.

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