Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 18. (Budapest, 1999)

Hilda HORVÁTH: Aus der Korrespondenz eines Kunsthändlers. Die Briefe von A. S. Drey an György Rath (1886-1903)

HILDA HORVÁTH AUS DER KORRESPONDENZ EINES KUNSTHÄNDLERS DIE BRIEFE VON A. S. DREY AN GYÖRGY RATH (1886-1903) Nachstehend veröffentlichen wir einige Briefe und Rechnungen eines Kunst­händlers, A. S. Drey, die in mehrerer Hin­sicht bedeutend sind: einerseits haben sich wegen der Vernichtung derartiger Doku­mente sehr wenige Briefe dieser Art erhal­ten, die hinsichtlich der Käufe der Kunstsammler und der Provenienz von Kunstwerken Interesse verdienen und we­sentliches aussagen, andererseits ist es die Person des Adressaten, in vorliegendem Fall György Rath, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht. György Rath war ein herausragender ungarischer Kunstsammler im ausgehenden 19. Jahrhundert, und der erste Generaldi­rektor des Budapester Kunstgewerbemuse­ums. Er vermachte seine Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissen­schaften, seine Kunstsammlung gelangte im Sinne seiner großzügigen Schenkung nach seinem Tod im Jahr 1905 in den Be­sitz des ungarischen Staates. 1 Über tausend Stücke seiner Kollektion haben sich für die Nachwelt erhalten, und darüber hinaus glücklicherweise auch zahlreiche Briefe von namhaften Kunsthändlern des Auslands an Rath, vorwiegend aus den 1890er Jahren. Rath stand laufend mit mehreren Kunsthändlern in Verbindung, mit denen er Jahrzehte hindurch Korrespondenz führte. Diese lebten in bedeutenden Städten Europas, fuhren von Auktion zu Auktion, behielten die zum Verkauf angebotenen Sammlungen im Auge und informierten darüber Rath und durch ihn auch weitere ungarische Kunstsammler regelmäßig in ihren Briefen. 2 Persönliche Beziehungen und Verbindungen spielten eine sehr wichtige Rolle in der Sammeltätigkeit von György Rath. Wir wollen hier unter an­deren die Namen Friedrich Schwarz aus Wien, A. S. Drey aus München, Joseph Egger, der seine Briefe aus Paris an ihn schickte, ferner Sedelmeyer, den Kunst­händler des in Paris lebenden Malers Mi­hály Munkácsy, die Buch- und Antiqitäten­handlung Gilhofer und Ramschburg und den Münchner Ludwig Rosenthal erwäh­nen, Rath stand mit diesen teils im Briefkontakt, teils suchte er sie während seiner Reisen persönlich auf. Man darf nicht vergessen, daß die Brüder Egger, Goldschmiede und Antiquitätenhändler, auch in Pest eine Niederlassung hatten, und erwähnenswert ist auch das lange beste­hende, beinahe freundschaftliche Verhält­nis mit Alexander Posonyi, durch dessen Vermittlung Rath ein ausgezeichnetes Mantegna-Fresko J und auch weitere her­ausragende Stücke seiner Sammlung kaufte. Bei seinen Erwerbungen spielten die auf seinen Reisen erworbenen Kunstwerke eine weniger bedeutende Rolle. Er verfolgte bis zuletzt seine juristische Laufbahn und machte nach seiner Pensionierung als Richter (1890) eine längere Italienreise, um auch Einrichtungsgegenstände und Zier-

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