Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 17. (Budapest, 1998)

István HELLER: Einige Goldschmiedearbeiten aus Pest in westeuropäischen Sammlungen

Buchslaben "BG" eines spateren Besitzers graviert. Die reiche horizontale Profilierung erzeugt eine stark gegliederte Oberfläche, die das Kerzenlicht vielfältig bricht und zurückspiegelt. BRESTYÁNSZKY und KÖSZEGHY erwähnen einen identischen zweiten Leuchter mit einem gravierten Mono­gramm "M.Gy." Dieser Kerzenleuchter ist im Besitz des KGM in Budapest. (Lit: BRESTYÁNSZKY 1977, S. 340; KÖ­SZEGHY 1936, 474e; LAYER 1935, Nr. 51.) Es ist gut möglich, daß die zwei Leuchter ursprünglich ein Paar waren. MZ: BRESTYÁNSZKY 307 BZ: BRESTYÁNSZKY 109 JKB: BRESTYÁNSZKY 191 Markentafel: 1. Joseph Schätzl (Schatzel) wurde in Wien geboren. Die frühere Annahme, er sei von Wien aus direkt nach Pest gekommen, kann heute als widerlegt angesehen werden. Er wurde nämlich bereits ab 1737 in der Matrikel der katholischen Kirche in Eszter­gom/Gran als "Civis Aurifaber" erwähnt. Er war dort nicht nur ein angesehener Bür­ger, sondern hatte auch einen Sitz unter den Senatoren. Die letzte Eintragung von ihm, in Esztergom/Gran zusammen mit seiner zweiten Ehefrau, daliért vom 15. Februar 1757 im Zusammenhang mit einer Patenschaft. Drei Wochen später wurde er schon Meister und gleichzeitig Bürger in Pest. Daß es sich um den selben Joseph Schätzl handelt, beweist seine bis jetzt einzige, in Esztergom/Gran gefertigte und wiederentdeckte Arbeit: eine Patene in der Schatzkammer der Kathedrale in Eszter­gom/Gran. Das MZ auf dieser Palene ist identisch mit seinem späteren MZ in Pest. Das auf dieser Patene eingeschlagene BZ für Esztergom/Gran war bis jetzt unveröf­fentlicht. (Siehe GROTTE 1998 ) Schätzl war einer der Mitbegründer der Goldschmiedezunft in Pest und bekleidete auch liier mehrere wichtige Posten bis zu sei­nem Sterbejahr 1767. Drei Lehrlinge waren zur Ausbildung bei ihm eingeschrieben. Seine erhaltenen kirchlichen Arbeiten zeugen von hohem Können bei meisterhaf­ter Ausführung. Seine wichtigsten kirchli­chen Auftraggeber waren die Franziskaner. Einige Kelche im Rokoko-Stil, zum Teil mit getriebenen Heiligenfiguren, sind im Kirchenbesitz erhalten. Zu den in der Lit­eratur schon bekannten Arbeiten mit seinem MZ kann ein Kelch von hervor­ragender Qualität hinzugefügt werden. Dieses Objekt befindet sich im UNM in Budapest. (Siehe Ausstellungskatalog Ha­nau 1991, Nr. 122) Unter den profanen Arbeiten erwähnt Brestyánszky besonders den identischen Kerzenleuchter mit Lob und schreibt, daß dieses Stück das schönste und beste sei, das Schätzl je gefertigt habe. (Siehe BRESTYÁNSZKY 1977, S. 35-36.) Privatbesitz. Lit: nicht publiziert. Abb. 1 2. Kleine Kaffeekanne FZ in Druckbuchstaben fur Franciscus Zeller, 1787 - 1792 Silber, gegossen, getrieben, ziseliert. Geschnitzter Holzhenkel. H: 12,0 cm D: am Fuß 5,5x5,0 cm Getriebener ovaler, leicht birnenförmi­ger Korpus auf ovalem, nach oben zu eingezogenem Fuß. Glatter Ausguß, etwas über den oberen Kannenrand reichend, ohne Abdeckung. Der ebenfalls ovale Deckel ist fein abgestuft gearbeitet. Deckel­bekrönung ist ein gegossener Knauf. Deckel und Gefäßkörper sind miteinander durch ein Scharnier verbunden. Der originale Holzhenkel steckt in zwei konischen Stegen.

Next

/
Thumbnails
Contents