Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 16. (Budapest, 1997)
SZILÁGYI András: Adalék Nádasdy Ferenc (1623-1671) műkincseinek utóéletéhez
liches" Mittel der persönlichen Frömmigkeit, der täglichen Andacht werden sollte. Es ist das Kleinod, von dem die Rede ist, der Ring in Schellenform mit Ketten. Ein Vötivstück also, das die Worte des Danklieds, des Psalmes, „verkündet" und diese mit den Namen der Fürbitter im Himmel verbindet, zu denen die Stoßgebete des gläubigen Christen aufstiegen, die den himmlischen Schutz, die himmlische Macht „verkörpern". Das sind die Namen, die dem Gläubigen in der Stunde des guten Sterbens, in der er seine Seele seinem Schöpfer empfiehlt, zuletzt auf die Lippen kommen: Jesus, Maria und Heiliger Joseph. Da weder die Entstehungszeit noch der ursprüngliche Besitzer bekannt sind - es ist auch ziemlich unwahrscheinlich, daß sie jemals bekannt werden könnten -, wissen wir auch vom weiteren Schicksal des Kleinods nichts näheres. Wir möchten nur kurz auf die Möglichkeit hinweisen, daß es nach dem Ableben des Besitzers, eventuell im Sinne seines Testaments, an den damaligen (?) Herrscher, König Stephan Báthory von Polen fiel. Wäre es der Fall gewesen, könnte man auf die wohl rätselhafte Frage eine logische Antwort finden, wie das präziose Stück später, etwa um die Mitte des 17. Jahrhunderts, nach Ungarn, in die Schatzkammer der Nádasdy kam. Im Prozeß des im September 1670 gefangen genommenen, nach Wien internierten und der Majestätsbeleidigung beschuldigten Grafen Ferenc Nádasdy, der die Magnatenverschwörung gegen Habsburg organisert hatte, wurde am 25. April 1671 das Urteil gesprochen: „Enthauptung und Vermögenseinziehung". 29 Das Vermögen des Obersten Landesrichters, der von den Zeitgenossen als Krösus Ungarns genannt wurde, seine Güter in der Größe eines Landesteils, seine Schatzkammer, Gemäldesammlung und seine berühmte reiche Bibliothek gelangten auf diese Weise in den Besitz von Leopold I. Hinsichtlich des weiteren Schicksals der Schatzkammer wurde die bemerkenswerteste Angabe von der österreichischen Forschung vor einem knappen Jahrhundert veröffentlicht. Demnach haben die Vorsteher des Wiener Hauptmünzamtes mit ihrer Unterschrift bezeugt, daß sie Edelmetall im Gewicht von 783 Mark und 7 Lot (beinahe 200 Kilogramm), im Wert von 10.471 Gulden aus dem „Nachlaß" des Ferenc Nádasdy entgegennahmen. 30 Es ist kaum zu bezweifeln, daß die in Pottendorf beschlagnahmte und nach Wien transportierte Schatzkammer zum überwiegenden Teil vernichtet wurde, die meisten Kunstwerke wurden 1671 zwecks Münzprägung eingeschmolzen. Einige wenige Stücke sind dagegen diesem Schicksal nachweislich entkommen, zum Beispiel ein „ausgezeichnetes", in hohen Ehren gehaltenes Kunstwerk, der „Pokal mit applizierten Anhängern", 31 der sich zur Zeit der Konfiszierung wohl noch in der Schatzkammer des Schlosses Sárvár - an der traditionellen Residenz der Familie Nádasdy - befand und wohl deshalb nicht im Wiener Verzeichnis aufscheint. Was die verzeichneten Schätze anbelangt, unter diesen gibt es auch einige, die nicht in die „Verwaltung" des Hauptmünzamtes kamen, und zwar wohl vor allem jene Stücke, die aus exotischem, seltenen Material gefertigt waren - und eben dadurch als besonders wertvoll galten und/oder solche, bei denen das eingearbeitete Edelmetall zu gering war. Die eben behandelten Goldschmiedearbeiten - vom Tafelaufsatz „Triumph des Bacchus" bis zum Ring mit Ketten - lassen sich zweifelsohne in diese beiden Kategorien — oder in eine der beiden - einordnen. Es ist daher verständlich, daß ihr Schicksal eine andere Wende nahm, daß sie dem Schmelztiegel und dem schnellen Verkauf entgangen sind. Statt dessen gelangten sie höchstwahrscheinlich in die „Haussammlung" der Habsburger, in die Schatzkammer von Leopold I. Und von dort ... ? Nun, an diesem Punkt verstummen die Quellen endgültig, von da an stehen uns nicht einmal vereinzelte oder nicht nachprüfbare Angaben zur Verfügung. Soviel ist aber aus sonstigen Quellen authentisch bezeugt, daß