Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 16. (Budapest, 1997)
SZILÁGYI András: Adalék Nádasdy Ferenc (1623-1671) műkincseinek utóéletéhez
garisches Wappen handelt. Der Auftraggeber - oder einstiger Besitzer -, der sich hinter dem Monogramm verbirgt, war also kein Ungar. Selbst die Frage, nach welcher Richtung die Forschungen weitergeführt werden sollten, blieb unentschieden. Nun, es wäre möglich, folgende knappe Angabe aus dem Wiener Inventar der Nadasdy-Schätze: „...Löffl, Gabel, mit corallen stillen" 23 als Anhaltspunkt zu nehmen. Wenn es vorstellbar wäre, daß sich diese fünf Worte auf die vorhin behandelten Gegenstände aus der Sammlung Esterházy beziehen - diese Möglichkeit ist zwar ziemlich ungewiß, jedoch auch nicht auszuschließen -, so wäre aufgrund der Datierung auch die Annahme nicht auszuschließen, daß sich die Vorgeschichte der beiden Stücke ähnlich der des korallenen Rosenkranzes gestaltete. Zwar fehlen vorerst die Angaben, aufgrund derer sich diese „Vorgeschichte" bis zu einem gewissen früheren Zeitpunkt oder einem gewissen Schauplatz zurückverfolgen ließe, zum Beispiel bis in die Zeit zwischen 1576 und 1586, in die Hofkreise des Stephan Báthory in Krakau. Man kann sich mehr davon versprechen, daß die weiteren Forschungen zur polnischen Heraldik des 16. Jahrhunderts mit der Identifizierung des Wappens auf dem Löffel und des gravierten Monogramms früher oder später „greifbare" Ergebnisse zutage fördern werden. Derartige Ergebnisse könnte vor allem die neuerliche, systematische Bearbeitung der Krakauer Quellen aus der Zeit des Stephan Báthory bringen. 24 Wir haben weiter oben betont, was auch die Zitate zeigen, daß das Nádasdy-Inventar von 1670 auffallend wortkarg formuliert ist. Die lakonischen Benennungen sind nicht einmal ausnahmsweise durch ein Attribut oder durch irgendeine Hinzufügung zur Präzisierung und Verdeutlichung des Eintrags ergänzt. Eigentlich bildet auch nachstehender Posten keine Ausnahme, der sich auf ein Stück der zahlreichen Schmuckstücke bezieht: „Ain goldener Ring sambt ainen Kettel, darauf Jesus, Maria, Joseph". 25 Diese Mitteilung hat trotzdem auch an sich außerordentliche Bedeutung, und erst recht, wenn man sie mit folgender Beschreibung aus dem ungarisch angelegten Inventar von Forchtenstein aus 1725 vergleicht: „Ringelchen in der Form eines Fingerrings, an dreifacher dünner Goldkette hängend". 26 In letzterem Fall handelt es sich um ein bis heute erhaltenes Stück der Sammlung Esterházy, um dessen - wie wir bis jetzt glaubten - älteste Erwähnung. Die ungarische Bezeichnung des Gegenstandes bezieht sich nämlich nach einhelliger und überzeugender Behauptung der Forschung auf ein mehrfach veröffentlichtes Stück der Esterhazy-Schätze, auf den sogenannten schellenförmigen Ring mit Ketten. 27 (Abb. 9-12.) Dieses Kleinod gehört zweifelsohne zu den äusserst bezeichnenden und wohl enigmatischen Stücken der Sammlung. In erster Linie durch seinen Typ, seine Form - es stellt eine außerordentliche Variante des Amulett-Schmucks dar. Nicht minder bemerkenswert sind aber die beiden emaillierten Inschriften in polnischer Sprache auf der inneren beziehungsweise der äußeren Seite der offenen Schelle: „IEZUS MARIA JOZEH" bzw. „IAM IEST NIE WOLNICZA". Erstere Inschrift beseitigt unseres Erachtens endgültig jeglichen Zweifel: Dieses wohl unikale Kunstwerk muß allerdings identisch sein mit jenem „goldenen Ring sambt ainen Kettel" , der im oben angeführten Posten des NádasdyInventars erwähnt ist. Die genaue Übersetzung der letzteren Inschrift aus vier Wörtern wurde in der ungarischen Literatur bereits veröffentlicht: „Dein Sklave bin ich". 28 Bedenkt man aber, daß es sich dabei um einen polnischen Psalmzitat nach dem Wortgebrauch des 16. Jahrhunderts handelt, und berücksichtigt man den Kontext des Zitats, läßt sich die „verbale Mitteilung" interpretieren, und so findet man auch eine Antwort auf die bis heute diskutierte ursprüngliche Bestimmung des Schmuckstückes. Die tiefere Bedeutung des Zitats aus vier Wörtern erschließt sich sofort, und auch der Zusammenhang zwischen den beiden