Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 16. (Budapest, 1997)

PRÉKOPA Ágnes: Motívumok trivializációja az alkalmazott művészetekben. A biedermeier oszlopos óra

des Motivs Säule ist in dieser Arbeit eine der einfachsten Varianten der französischen Ka­minuhren, deren Uhrtrommel sich unter dem auf zwei Säulen ruhenden Architrav befindet. Das Gehäuse der Uhr besteht zumeist aus Marmor und vergoldeter Bronze, die Verzie­rung beschränkt sich auf einige einfachere Beschläge. Die Wiener - und im Einflußbe­reich Wiens vorkommenden - Varianten die­ses Typus sind die Portaluhren, deren Gehäu­se meist ein Wiener Werk mit Vierviertel­schlag birgt. Uhren mit diesen Merkmalen wurden meist in einer im Vergleich zu der der französischen einfacheren Umgebung pia­ziert, wo es keinen Kamin gab, so daß sie auf der Kommode standen (daher die Bezeich­nung Kommodenuhr), die jedoch ebenfalls als besonderer Platz im Interieur galt. Die bis auf die Grundformen reduzierte Säulenkonstruktion erwies sich nach dem Geschmack der Zeit als zu einfach, so daß die Biedermeier-Kommodenuhr nicht nur einen Architrav, sondern auch ein dreieckiges oder bogenförmiges Tympanon aufweist. Um die Motive zu betonen, wurden die Säulen aus Alabaster, der Sockel und das Tympanon aus schwarz bemaltem Holz gefertigt - wodurch eventuelle Fehler des verwendeten Holzes verdeckt wurden. Größere Flächen wurden im Zeichen einer Art Horror vacui mit aus den verschiedensten Gattungen übernomme­nen kleinen Verzierungen gefüllt. SPIEGEL Das wohl wichtigste Ergänzungselement der Säulenuhr ist der hinter dem Säulenpaar angebrachte Spiegel. Dieser ist im Grunde die Entsprechung des Spiegels über dem Ka­min bei den französischen Uhren, dessen wichtige Funktion - hinsichtlich der Uhr ­die Sichtbarmachung der Bewegung des Pendels war. Mehrere hinter dem Säulenpaar und zueinander symmetrisch im stumpfen Winkel angebrachte Spiegel bilden eine mi­niaturisierte Bühnenkulisse, vor der mehrere Figuren, ja sogar ganze Szenen Platz haben, deren Akteure durch die mehrfache Spiege­lung vervielfacht werden. Dieser besondere Effekt betont zwar die Bedeutung der ein­zelnen Figuren, erschwert jedoch die Inter­pretation - sofern es sich nicht nur um ak­zidentiell nebeneinander gestellte Figuren, sondern um eine komponierte Szene handelt. (Ein typisches Beispiel ist die Uhr, die den Weiener Kongreß darstellt, aus der Sobek­Sammlung 10 , ein Beispiel für ein mytholo­gisches Thema das Objekt aus derselben Sammlung, das die Akteure des Herkules­sage in Alabaster zeigt." Bei den meisten Kommodenuhren des Biedermeier aber erse­tzen Bronzebeschläge die Figuren.) Das Schachbrettmuster des „Fußbodens" der Ku­lisse ist eine Art Perspektivenimitation, und das mit dem Spiegel kombinierte Intarsien­muster ist ein Verweis auf eine andere An­wendung des Spiegelmotivs, nämlich auf die im Inneren der Schreibschränke des Bieder­meier befindlichen „Scheinräume, Scheinar­chitekturen". Hier ist anzumerken, daß die überwiegend aus Holz gefertigten Gehäuse der Kommodenuhren des Biedermeier im Ge­gensatz zu den mit vergoldeten Bronzefigu­ren geschmückten franzsischen klassizisti­schen Kaminuhren nicht mehr von Bronziers, sondern von Tischlern angefertigt wurden, so daß diese Uhrgehäuse unmittelbare Verbin­dungen zu den Objekten der Möbelbaukunst haben. MÖBELBESCHLÄGE Am merkwürdigsten in diesem System erscheinen wohl die mit einem flachen Relief versehenen, im Grunde aber zweidimensio­nalen Verzierungen. Das Vorhandensein zweier verschiedener Verzierungen ähnlicher Art an diesen Uhren scheint von vornherein begründet. Das ist zum einen der Beschlag auf der Pendellinse - am häufigsten der tra­ditionelle „Apollo-Kopf 12 , Auroras Wagen oder eine andere Verzierung -, zum anderen die beiden sich bewegenden Automatenfigu­ren auf dem Zifferblatt der Uhr, die beiden Amoretten, die den Pfeil schmieden bezie­hungsweise schleifen. Zwischen den Säulen, auf der „Bühne" vor dem Spiegel, die oft durch aus Holz geschnitzte, bemalte Längs-

Next

/
Thumbnails
Contents