Vadas József (szerk.): Ars Decorativa 12. (Budapest, 1992)
SZILÁGYI András: Az Esterházy-gyűjtemény 15. századi ötvösművei és a Mátyás-tradíció
hias bzw. mit dessen legendärer Schatzkammer verbunden sind. Dasselbe müssen wir auch in Bezug auf ein anderes hervorragendes Werk der Schmucksammlung in der Estcmázyschcn Schatzkammer feststellen, einen mit Diamanten und Email geschmückten goldenen Ring. 22 Den betonten Mittelteil der Ornamentik dieses Ringes bildet ein pyramidenförmig geschliffener, grosser, gefasster Diamant. Diese Lösung, sowie die geometrischen Motive des champlevé-Emails beweisen, dass der Ring im letzten des 15. Jahrhunderts in Italien gefertigt worden ist. Es handelt sich um einen relativ seltenen Typ, wobei der Ring keinesfalls irgendein unikalcs Stück ist. Solche Ringe tnigen die Prominenten an den Fürstenhöfen Italiens, deren Bildnis von den Porträtmalern des späten Quattrocentos gemalt worden ist. Hinsichtlich seines herausragenden Wertes und seiner besonders anspruchsvollen Bearbeitung kann angenommen werden, dass der Ring einem Aristokraten gehört hat, vielleicht sogar einem der Herrscher dieser Zeit. Bezüglich des Auftrags zur Anfertigung und der Schenkung des Ringes enstand Ende der 1930er Jahre eine kühne Hypothese in der ungarischen Fachliteratur. Sie ist mit dem Namen Mária Hlatky verbunden, die den Schmuck zu einer geschriebenen Quelle aus dem 15. Jahrhundert in Zusammenhang gebracht hat. 23 Dabei berief sie sich auf jene Aufzeichnungen, in denen der Breslauer Notar Peter Esccnloer die Begegnung zwischen Matthias und Beatrix im Jahr 1476 und die Ereignisse der Hochzeit in Sluhlwcisscnburg erzählt hatte. Er berichtete unter anderem darüber, dass die aus dem Hof von Neapel - genauer gesagt aus Fcrrara - kommende Braut Matthias einen prächtigen goldenen Ring geschenkt hatte, und dieser Ring mit einem Diamanten in Form eines "Eiszapfens" geschmückt worden war. Zweifellos bezieht sich die knappe Schilderung der Chronik auf jenen Schmucktyp, mit dem wir es auch bei dem ausgezeichneten Stück der Sammlung Esterházy zu tun haben. Die Hypothese Mária Hlatkys behandeln aber die späteren Forscher mit einem zu verstehenden Vorbehalt, obgleich diese Hypothese keinesfalls im voraus abgelehnt werden muss. Nach Ansicht der Forscher sei nämlich eine einzige, noch so vielsagende und beachtenswerte Angabe an und für sich ungeeignet, mit ihrer Hilfe unseren Ring zu identifizieren. Diese Ansicht, die neulich von Frau Héjj geb. Angola Détári dargelegt worden ist, 24 können wir nur damit ergänzen, dass wir den Gebrauch des aus dem 20. Jahrhundert stammenden Beinamens - "Ring des Matthias Corvinus" - im weiteren nicht für begründet halten. Im Zusammenhang mit diesem prachtvollen, zweifelsohne aus dem Zeitalter von Matüiias stammenden Schmuckstück vertreten wir jene Ansicht, die wir auch im Falle der Flasche d.nuclegt haben: solange es keine verifizierbaren neuen Angaben gibt, ist es angebrachter, wenn wir auf die dubiösen 'Traditionen" des 20. Jahrhunderts verzichten.