Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 4. (Budapest, 1976)

LÁSZLÓ, Emőke: Gebilddamaste aus Sachsen und Schlesien

krieg zur Erhaltung der Reichsverfassung diente. Die volle Mitteldekoration steht auf Wolken-Gloriolen, woraus Sonnenstrahlen sich hervorstossen. Darunter auf Rocaille der folgende Text : Die froh erlebte Friedens­zeit am 13. May 1779. In den Ecken des Rahmens in Spiegelsymmetrie die den Frie­densschluss rühmende Aufschrift: VEREI­NIGUNG. Darüber aufstrahlender Wolken­Gloriole unter einem Baum stehende, nackte weibliche Figur mit Schlangen umrahmtem trübem Sjnegel und Rosenzweig. In der Mitte der oberen und unteren Seiten steht eine Frau in antikem Helm, eine abgebro­chene Säule umarmend, ihre Rechte in das auf die Beständigkeit hinweisende Opfer­feuer haltend. Die Szene wird durch Gitter­werk-Rocaille umringt. Darüber: BESTÄN­DIGKEIT. In der Mitte der Längsseiten zwischen Ro­caillen stehen je zwei weibliche Figuren. Die eine ist beflügelt, mit Feuerkopfschmuck, ihr Schild zeigt das kursächsische Wappen, in der Hand hält sie einen Lorbeerzweig (Abb. 7). Die andere in flatterndem Gewand mit Füllhorn in den Händen. Zwischen ihnen hoher Opferaltar, seitwärts Ähre und Wein­stock, darüber steht die Aufschrift: Opfre Gott Danck. Die Krefelder Gewebesammlung bewahrt ein gleiches Exemplar 14 , beide wurden vermut­lich im Jahre des Friedensabschlusses 1779 verfertigt. Im Mittelfeld unserer zweiten Teschener Friedensdecken steht die Friedenssäule 15 (Abb. 8). Am Sockel die Wappen der drei Herrscher, am Rumpf Leier und Tambur­stab gekreuzt. An beiden Seiten der Säule schwebende Engel, der eine mit Posaune, der andere mit Ölzweig und Lorbeerkranz. Dar­über und auch darunter der folgende Text: Wieder hergestellte Rahe durch Russlands und Frankreichs Vermittelung zu Teschen am 13. Mäy 1779. Der Bordürsaum ist mit Rokoko­Ornamentik geschmückt. In den vier Ecken: Friede — weibliche Figur in Tunika auf grie­chische Art mit Lorbeerkranz und Ölzweig; Beschützung — weibliche Figur in antiker Harnisch, mit gevögeltem Helm und mit Strauss; Deutschlands unterbrochene Ruhe am 3. Juli 1778. — entzweigebrochene Friedens­säule ; Beständigkeit — die Saide umarmen­de weibliche Gestalt mit Helm und Schwert, ihre Linke ins Feuer haltend. In der Mitte der Längsseiten Sinnbilder des wiedereingebro­chenen Friedens: Entfernte Zelter: Der unge­störte Ackersmann: Der ruhige Schäfer: Fürch­terliche Krieges Waffen. Der Verfertigungs­zeitpunkt ähnlich der beiden vorigen Decken kann auf das Jahr 1779 gestellt werden. Nun folgt die Beschreibung einer unserer Decken mit Herrscherporträt im Mittelfeld 16 (Abb. 9). Im Lorbeerkranz das Brustbild in Profil eines Ahnen der herzoglichen Familie Sachsen-Coburg, des im Jahre 1764 verschie­denen Friedrich Josias, neben dem Kranz Fahnen und Kriegswerkzeuge. Über dem Bild Gottesauge in Strahlen, darunter Auf­schrift : Friedrich Josias Herzog v. Sachsen Coburg K. K. Feldmarschal. In den Ecken der Decke in grösseren, in der Mitte der Längsseiten in kleineren Vasen Blunien­strauss. Über die ganze Bordure schlängelt sich eine geflochtene Girlande, die von einer feinen Ranke mit Blumen durchkreuzt wird. Auf Grund ihrer Zopfornamentik können wir das Verfertigungsjahr nach dem Tode Friedrich Josias' um 1790 festlegen. Die folgende Decke, die nach ihrer Muste­rung nicht zu der Gruppe der Bilddamaste gehört, doch ihrem Material, ihrer Farbe, Form und Ornamentik nach, passt sich diese mit Blumen verzierte Decke organisch an die 5. ALLEGOKIEN-DECKE, HALBSEIDENDAMAST, UM 1770 78

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