Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 4. (Budapest, 1976)

LÁSZLÓ, Emőke: Gebilddamaste aus Sachsen und Schlesien

die Felder, kleine Häusehen und auf der linken Seite die Kapelle nach dem Muster der hl. Grabkirche zu Jerusalem zum Vor­schein, die der Patrizier Georg Emmerich zwischen 1481— 1504 bauen liess. Unter dem Stadtbild sehen wir in drei Kartuschen Auf­schriften. In der ersten Schriften bezüglich des hl. Grabes: 1. S .Chapelle, 2. die drei Linden, 3. H. Kreutz Kirche, 4. Salbung Christi, 5. H. Grab, 6. Oelberg too Christus gebeten, 7. Wo seine Jün­ger geschlaffen, 8. Bach Kiedron. In der zweiten Hinweise auf das Stadtbild: Abbildung der Stadt Görlitz und des aasigen H. Grabes wie beydes in Prospect von Abend gegen Morgen anzusehen ist. In der dritten : die Aufzählung der Baudenk­mäler und wichtigen Gebäude: a. S. Petr. und Paul Kirche, b. Kath. Haus, c. Heil. Dreyf. Kirche, d. S. Anna Kirche, e. Zur Lieben Frauen, /. Reichen (?) Thurm u. Thor, g. Nicolai Thurm, h. Nicol. Kirche, i. Kreutz Thor, k. Frauen Thurm, I. Weysen Haus. In den vier Ecken der Decke je eine Stadt auf hohem Berg, mit Mauer umringt, darun­ter im Teich drei schwimmende Enten, in der Mitte der oberen und unteren Längssei­ten ein offener Sechsgespann, an der linken und rechten Seite ein geschlossener Zweige­spann. Die Bordüre besteht aus Blättern ausgestalteter Zick-Zacklinie und schach­brettgemusterten Streifen. Die Decke spie­gelt eine klare Placierung mit ausgeglichener Anwendung der dunklen und hellen Flächen. Es ist zu vermuten, dass diese Decke um Mitte des 18. -Jahrhunderts in Görlitz verfer­tigt wurde. Ähnliche Veduten-Decke befand sich einmal in der Sammlung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte zu Dortmund. 8 Im Mittelfeld der Decke sieht man die vogel­perspektivische Darstellung derStadt Hirsch­berg, wegen Gemeinverständlichkeit wieder mit Aufschriften und an der Bordüre mit Rokoko-Motiven versehen. Die beiden Decken stammen vermutlich von gleichem Musterzeichner. Das Reichtum an Ornamentik des Rokokos, die feine Linienführung und das Weben der ornamentalen und figuralen Details charak­terisieren unsere Damastdecke, welche Him­mel und Erde symbolisch erscheinen lässt. Bis auf den Gebilddamasten des 16. Jahrhun­derts ist der Einfluss der mittelalterlichen deutschen Holzschnitten fühlbar, solange in 17. und 18. Jahrhundert folgen die Decken — insofern diese keine Kopien früherer Ge­webe sind — die Barock- und Rokoko-Mu­ster der zeitgemässen Ornamentstiche. Im Mittelpunkt Apollo mit Leier auf dem Löwen sitzend in Wolken-Gloriolen ersetz die Sonne (Abb. 3). Rundum in elliptischer Anordnung der Zodiacus und ebenfalls in Wolken-Gloriolen die Planeten: Gekrönter Jupiter auf einem Adler sitzend in den Hän­den Szepter und Blitze haltend; Saturn in der Rechten Sense, in der Linken Kind hal­tend ; Mars sitzt auf einer Kanone, gerüstet mit Schwert und Lanze; Diana mit Bogen, Köcher und Hunde; Merkur mit Flügelhut, Flügelschuhen und Stab, auf einem Ballen sitzend; zuletzt Venus mit Pfeil, Sterndia­dem und Taubenpaar. Der Rokoko-gitter­musterte Rand wird in den Ecken durch vier Erdteilen symbolisierenden Figuren darge­stellt, darunterin kleinen Rokoko-Kartusch­en Aufschriften : EUROPA: Maria Theresias Gestalt mit Krone, Szepter und Reichsapfel. In der Spitze des Hinlaufenden blättrigen Rahmens der Doppeladler mit Schwert und Szepter. 3. ALLEGORIEN-DECKE, HALBS EI D E ND AM AST, UM 1750

Next

/
Thumbnails
Contents