Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 4. (Budapest, 1976)
SZILÁGYI, András: Ein Silberbecher mit Gravierungen nach Georg Pencz und H. S. Beham
5. INFORTUNIUM. KUPFERSTICH VON HANS SEBALD BEHAM nium-Gestalt bezeichnet. Dieses Motiv, als Mittel der den Bösen treffenden göttlichen Strafe, erscheint auf einer der NarrenschiffIllustrationen Dürers in ähnlicher Form. 14 Eine frühere, aber mit dem Behamschen Stich inhaltlich in näherer Beziehung stehende Darstellung ist auf einem Holzschnitt des Nürnberger Kupferstichkabinetts zu beobachten, auf „Das Unglück ergiesst sich auf eine Stadt" 15 . Das andere Attribut der Infortunium-Gestalt des Silberbechers ist der Krebs im Vordergrund. Auf den Stichsfolgen der Renaissance, die die Himmelskörper darstellen, erscheint der Krebs als das Symbol der Unbeständigkeit, er ist das Attribut der Luna. 16 Der Krebs des Infortunium-Stiches ist aber nicht nur als Symbol der Unbeständigkeit zu betrachten. Zur Interpretation verhilft uns eine Flugschrift von Sebastian Brant aus dem Jahre 1504, bzw. die dazu verfertigte Illustration. Der Text der Flugschrift gibt die Bedeutung der Krebsfigur folgendermassen an: „Der Krebs wird ettlich bald abschütten. . . wird er machen gross Ungefall in Kryegs Sachen" 17 . Das Flugblatt wird von einer allegorischen Komposition von mehreren Figuren illustriert, in deren Mittelpunkt ein Krebs zu sehen ist. Diese Figur, als Zusammenfassung von verschiedenen, negativen Eigenschaften, zieht die Rache einiger astrologischer Gestalten, unter ihnen Sol und Mars, auf sich. Der Krebsfigur des Stiches von Beham können wir ähnliche Bedeutung zuschreiben. Es ist daher kein Zufall, dass Krebs und Steinregen, als Hervorrufer und Mittel der göttlichen Strafe, als Motive derselben Szene vorkommen. Wie konnte der Krebs, d.h. das Symbol der Unbeständigkeit auf dem Stich von Beham zum Attribut des Unglücks werden? Auf diese Frage kann ein, aus dem 16. Jahrhundert stammendes Sprichwort eine Antwort geben : „Unglück macht den Leuten gute Gestalt, wie seidendt Wasser dem Krebs" 18 . 6. INFORTUNIUM GRAVIERUNG AUF DEM BECHER