Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 2. (Budapest, 1974)

PEKÁR, Zsuzsa: Gedanken über die Probleme der wappenhaltenden Engel

ZSUZSA PÉKÁR GEDANKEN ÜBER DIE PROBLEME DER WAPPENHALTENDEN ENGEL In der Vorstellung des frühen Chris­tentums erscheint der Engel im 4. Jahr­hundert und erreicht seinen Höhepunkt im Glauben des Mittelalters. Die Figuren des Wappenschild haltenden Engels ent­stehen im frühen Mittelalter, doch im Wechsel der Zeiten wandeln sich auch ihre Gestalten, um ständig neuen Aufgaben zu entsprechen. Sie werden zu symbolischen und allegorischen Sinnbildern und ent­weichen somit dem Kreis des Glaubens, um in der profanen Kunst die Verkünder menschlicher Macht und Grösse zu werden. Das von einem Engel getragene Schild, Wappen oder Bildnis, das mit einem Engel geschmückte Grabmal, deutet auf menschliche Würde. Der Engel wirkt im späten Mittelalter als lobender Kom­mentator. Die gotischen schildhaltenden Engel melden sich in der ungarischen Kultur­geschichte zuerst auf Siegelbildern, dann auf den Reliefs der Kachelblätter. In dem Siegel des Königs Ludwig I. (1342—1382) erscheinen schon im Jahre 1365 wap­pentragende Genien, doch der eigentliche schildhaltende Engel, eine im Verhältnis kleine Figur, zeigt sich erst auf dem Siegel des Königs Sigismund (1387—1437) im Jahre 1397 (Taf. I. 1—2). Die halbe, fron­tale Figur schmiegt sich in die Wölbung über dem Wappenschild und würde eher den Eindruck einer Zierde erwecken, wenn seine Gestalt nicht eineinhalb Jahrhun­derte hindurch in den königlichen Siegeln wiederkehren möchte. Doch der Engel wird bald zum Symbol der königlichen Gunst und so verleiht. Sigismund im Jahre 1423 der Stadt Kassa (Kaschau, Kosice) einen mit einem Engel verzierten Wappen (Taf. II. 3). Im Siegel der Königin Maria aus dem Jahre 1389, erscheint der Engel nur als Dekoration. Die Tochter des Königs Sigis­mund, Königin Elisabeth, Gemahlin des Königs Albrecht von Habsburg (1437— 1439) Hess dagegen ihren Wappen, dem der Johanna von Anjou nachahmen, in dem ein Engel mit ausgebreiteten Armen, zwei nebeneinander stehenden Wappen­schilder hält 1 (Taf. I. 3—4). Zur Zeit des Wladislaus I. (1440— 1444) hält ein Engel im Siegel des Palatins, Ladislaus Gara, das Wappenschild (Taf. I. 5). Aus dem Jahre 1445 stammt der Siegel des Ulrich von Cilli, in dem ein stehender Engel zwei Schilder hält (Taf. I. 7), ebenso wie der Engel auf den Giebelkacheln des aus dem 15. Jahrhundert stammenden .,Ritterofens" in Buda (Ofen). 17

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