Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 2. (Budapest, 1974)

WEINER, Piroska: Ungarische Exlibris in der Kleingraphiksammlung von Rezső Soó

deutscher und italienischer Abstammung. Besonders mannigfaltig sind in der Exlib­riskunst die Richtungen der Stilarten in den 30-er Jahren, das auch damit zu erklären ist, dass dies eine der am meisten zum In­dividuum gebundene, intimste und subjek­tivste Kunstart ist. Wir finden in dieser Sammlung den Historismus des 20. Jahr­hunderts, das Schaffen des Akademismus, später auch der „Römischen Schule", dane­ben die Vertreter der verschiedenen „Is­men". Sehr breit ist die Skala in Betracht der Weltanschauungen und der Themen­wahl. Aus dem Exlibris-Schaffen des 20. Jahrhunderts erheben sich einige Werke von den auf individuellen Wegen schreiten­den Künstlern. Die Sammlung bewahrt schönes Ensemble aus den frühen und auch aus der späteren Reifezeit Lajos Kozma's. Wertvoll und vollständig ist die Serie der Werke von Endre Vadász (Abb. 20, 21), in deren die farbigen und die monochromen Blätter zugleich vertreten sind. Eine der wertvollsten Gruppe der Epoche ist: die ausgewählten doch nicht kompletten Holz­schnitte von György Buday (Abb. 17, 19). Neben den Exlibris von János Mata, Nándor Lajos Varga (Abb. 18), Jenő Haranghy (Abb. 16) bilden die Werke der Künstler Gusztáv Végh (Abb. 15), Antal Fery (Abb. 22) eine hervorrangende Gruppe. Zu unserem grössten Bedauern hat Rezső Soó 1960 mit seiner systematischen Sammeltätigkeit aufgehört, obzwar wir auch aus den neuesten Zeiten schöne Ex­emplare in seiner Sammlung finden, in erster Linie Werke von Arnold Gross (Abb. 23) , József Vertei (Abb. 24), József Litkei (Abb. 26), Lenke Diskay (Abb. 25), Andor Semsey, doch wird die jüngste Epoche der ungarischen Kleingraphik leider lücken­haft repräsentiert. In der Hervorrufung der Exlibriskunst spielt eine grosse Rolle dieser Umstand, dass der Eigentümer für sich, für sein Buchsammler-Charakter ein Andenken zu erheben wünscht. Er sucht solche symboli­sche Darstellungen, die — seiner Meinung nach — am besten, am treffendsten sein eigenes Wesen, sein Verhältnis zum Buch bündig und zusammenfassend ausdrücken. Offensichtlich taucht in den meisten Ex­libris auch die Zusammenwirkung des Be­stellers und des Künstlers auf, der Wunsch was der Besteller auf seinem Exlibris zu sehen wollte. Der Ton sämtlichen Themen­darstellungen kann von den oberflächli­chem oder schärferem Humor bis zum tragischem reichen, und mag auch auf sehr breiter Skala der Gefühle spielen. Einige beliebte Themen erscheinen in so vielen Variationen, dass die alltäglichsten Symbolen ganz unterschiedlichen Inhalt besitzen können. Unser Artikel berichtet über den un­garischen Material der Soó-Sammlung. Hoffentlich bietet sich eine Gelegenheit da­zu, dass wir einige Gruppen der internatio­nalen Sammlung veröffentlichen können, da es darunter auch solche gibt, die eine grössere Menge umfassen, als die ungari­sche Kollektion. Unser Museum wünscht die wertvolle Tradition der Exlibris-Ausstellung von 1903 fortzusetzen, als es wiederum danach strebt, dass es ein Interesse für die mit der Soó-Sammlung so mächtig reichgewor­dene Kleingraphik-Sammlung erregt. 10 161

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