Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)

DIE METRISCHEN BEFUNDE DES SCHiüELMATEKIALS Die Messung und Beschreibung der Schädel erfolgte nach den üblichen anthropologischen Konventionen; cf.MARTIN /36/. Alle individuellen Angaben sind auf den Seiten des beigeleg­ten Inventarbuches der Skelette vorzufinden. Die Population versuchen wir auf Grund des morphologischen Habitus des „relativ stationären Alters" (23-60jährige) zu charakterisie­ren. Die statistischen Parameter der wichtigeren metrischen Merkmale sind in Tab. 9, ihre Verteilung nach Kategorien in Tab. 10 zu finden. Bei der Auswertung d<*r mitgeteilten Zahlangaben verfolgen wir das folgende einfache Verfahren: die modale Gruppe, also die Verteilungskategorie mit dem grössten Vorkommen ist nach Geschlechtern angegeben.Ist eine andere - gewöhnlich daneben stehende ­Kategorie verhältnismässig auch stark vertreten, so wird auch diese von der modalen Gruppe mit einer schrägen Bruchlinie getrennt, angegeben. Wir untersuchen ob die modale Gruppe unter oder über dem arithmetischen Durchschnittswert liegt. Im ersten Fall besteht eine negative (-), im letzteren eine positive (+) Asymmetrie; die symmetrische Verteilung ist mit 0 bezeichnet.Dann folgt auf Grund der Verteilung,der Streuung und der Variationsbreite die Beurteilung ob das gegebene Merkmal in der Population eine kleine, durchschnittliche oder grosse Variation aufweist. Asymmetrie und grosse Variation sind Zeichen der Heteroge­nität,insbesondere wenn sie gemeinsam vorkommen. Die Charakterisierung geschieht also nach drei Kriterien, mit den folgenden Abkürzungen: „Mod." = modale Gruppe, „Asymm." = Asym­metrie, „Var." = Variation (Tab. 11). Die Analyse der Variation der einzelnen metrischen Eigenheiten von dem Gesichtspunkt axis, welche Merkmale eine auffallend grosse Inhomogenität zeigen und hinsichtlich welcher die Population als verhältnismässig homogen angesehen werden kann, vermag zur späterhin durchzuführenden taxonomischen Analyse einen Anhaltspunkt zu gewähren. Die Population muss auf Grund dieser solche anthropologische Komponenten enthalten,die in dem einstweilen ohne Typenhypothese beobachteten Material in den als variabel registrierten Merkmalen voneinan­der abweichen, hingegen in den sich als homogen erweisenden Eigenhelten übereinstimmen. Die Variation kann in der Mehrheit der untersuchten metrischen Merkmale als solche von durchschnittlicher Grösse angesprochen werden; auf Grund dieser gewinnen wir in keiner Richtung einen Anhaltspunkt. Hingegen zeigt sich eine auffallend grosse Variation bei der grössten Länge und Breite des Gehirnschädels. Auch der horizontale Schädelindex weist eine breite Variation auf und deutet darauf hin, dass in der Population zwischen diesen beiden Massen keine positive Korrelation besteht und die Komponentenmasse des Indexes treten in verschiedene Kombinationen miteinander. - Eine verhältnismässige Homogenität lässt sich in den einzelnen Strukturelementen im Gerüst des Gesichts beobachten: zwischen engen Grenzen variiert der Obergesichtsindex und der Nasenhöhlenindex. Bei den homogenen Merkmalen ist die modale Gruppe von taxonomischem Gesichtspunkte von hohem informativem Wert, die beim Obergesichtsindex zur mesen-, beim Nasenhöhlenindex zur chamaerrhin-Kategorie gehört. Mit vorsichtiger und provisorischer Konzipierung können wir also auf Grund der Variationsten­denzen der Merkmale innerhalb der vollständigen Serie darauf schliessen, dass die Serie taxonomisch nicht homogen ist und aus solchen Komponenten bestehen muss, die in den allge­meinen Formverhältnissen und in der Grösse des Gehirnschädels voneinander scharf abweichen, hingegen im Aufbau des Gerüstes vom Gesicht keine augenfällige Unterschiede aufweisen.

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