Dr. J. Nemeskéri szerk.: Crania Hungarica 2/2. (Budapest, 1957)
Femur. Die absoluten Dimensionen des Femxir sind derartig abhängig von der Körperlänge, dass sich ein näheres Eingehen auf dieselben erübrigt. Hervorgehoben sei nur Folgendes: 1. Index platymericus. Dieser Index beträgt im Mittel bei den Männern 84,07, bei den Frauen 83,06, ist also durohwegs höher wie bei den Germanen der Völkerwanderungszeit /Alamannen 79,6, Schwaben 79,7, Bajuvaren 80,2/ und gleicht rezenten europäischen Typen /Bayern 83,9, Schweizer 85,9/. Die Einzelwerte verteilen sich, wie folgt: M W hyperplatymer x-74,9 1 2 platymer 75,0-84,9 6 7 eurymer 85,0-99,9 9 4 stenomer 100,0-x - 1 Unter Platymerie, die wie wir sehen, bei den Awaren ziemlich häufig ist, versteht man die seitliche Abplattung des Oberschenkelknochens in seinem oberen Drittel, die einer grösseren Ansatzfleche des Musculus vastus und auch das Musculus gluteus maximus entspricht. Man hat daher die Platymerie sowohl mit der Hockfunktion /Turner/ als auch mit dem Steigen auf unebenen Terrain /Manouvrier/ in Zusammenhang gebracht. Da aber die Hauptfunktion der Vastusgruppe in der Streckung des Unterschenkels im Kniegelenk, bzw. bei fixiertem Unterschenkel in der Hebung des ganzen Körpers auf dem letzteren beruht, könnte man ebenso auch dauerndes Reiten mit der Platymerie in Zusammenhang /bringen. Wie die meisten Merkmale der Extremitätenknochen ist auch dieses teils erblich, teils konditionell bedingt. Man müsste noch bei anderem awarischen und altmagyarischen Material dieses Problem untersuohen. Jedenfalls sind von unserem Material 16 Individuen platymer und 14 eurymer. 2. Index pilastricus. Dieser Index beträgt im Mittel bei dem Männern 99,40, bei den Frauen 97,61. Er ist damit ausserordentlich niedrig. /Bajuvaren 103,8, Alamannen 105,4/. Die Einzelwerte lauten: M W x-89,9 2 3 90,0-99,9 3 6 100, 0-x 11 5 Die Linea aspera ist bei den Awaren infolgedessen als ausserordentlich schwach entwickelt zu betrachten.Bisher ist kein so niederer Mittelwert bekannt. 3. Index popliteus. Dieser beträgt im Mittel bei den Männern 74, bei den Frauen 68, zeigt sohin eine starke Sexualdifferenz, die sich auch in der Verteilung der Einzelwerte manifestiert. W 9 5 2 M x-69,9 70,0-74,9 75,0-79,9 80, 0-x