Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

81 Im Jahre 1232 klagten ihn die Stände des Reichs des Uebermuthes wegen beim Kaiser an; er trozte diesem der nur 15 Jahre älter war, und erklärte 1234 sich öffentlich gegen seinen Vater Schnell eilte der Kaiser nach Deutschland, zwang Heinrich 1235 sich ihm zu unterwerfen; bei dem Verdachte jedoch, daß er seinem Vater durch Gift nach dem Leben strebte, ließ der Kaiser ihn in Marterano in Apulien gefangen halten, wo er 1240 starb. In diesem Jahre verheiratete sich Friedrich H. zum dritten Mal, und zwar mit Jsabella, Tochter Heinrich III, Königs von England, hielt dann einen großen Reichs­tag zu Mainz, wo er einen allgemeinen Landfrieden gebot, das Reichshofgericht über die Streitigkeiten der Fürsten und Stände bestellte, das reiche Allod seiner Familie für ReichSgut erklärte, und alle seine Hausvasallen zu Reichs- vasallen machte, wovon die unmittelbare Reichsritterschaft in Franken und Schwaben ihren Ursprung hat. Dann ging er nach Italien zurük, um nie wieder nach Deutsch­land zu kommen. Im Jahre 1241 erschienen die Mongolen unter ihrem Anführer Batu in Schlesien. Heinrich der Fromme, Herzog von Schlesien, stellte sich ihnen entgegen; zwei Tage hielt er den Kampf aus, bis er der Uebermacht erlag und selbst getödtet wurde; fast alle Christen blie­ben auf der Wahlstadt, welcher Ehrenname dem Schlacht­feld blieb, den Held Blücher 1813, glüklicher als Herzog Heinrich, von ihm erbte. BeiOlmüz brach endlich Jaroslaw von Sternberg der Mongolen Macht, aber auch in Ungarn an der Donau erlitten sie große Niederlagen durch des Kaisers Söhne Konrad und Enzio, leztcrer sein natür­licher Sohn, den er schon >238 zum Könige von Sardinien gekrönt hatte. Der Kaiser, bisher glüklich in Italien, reizte dadurch den Pabft zum Widerstande, und in tödtlichem Hasse suchten die beiden Häupter der Christenheit einander zu vernichten. Das erste Mittel, welches der Pabst ergriff,

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