Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

74 Heinrich die Regierung des Reiches übergeben hatte, und brach ] 188 nach Ungarn auf, hielt in Belgrad ein prächtiges Turnier, und drang bis in die Ebenen von Rumelien, traf aber überall auf den Verrath der Griechen; so zerstörte er auch die Stadt Philippopolis von Grund aus, weil die Griechen die in der Stadt zurükgebliebenen Kranken der Kreuzfahrer ermordet hatten. Im Jahre 1190 rükte er in Konftantinopel ein, wo ihm der zit­ternde Kaiser Isaak seine ganze Flotte gab, sein Heer nach Kleinasten überzusezen. Bei dem ersten Zusammentreffen wurden die Türken, geschlagen, allein Irrwege und Hun- gersnoth ermatteten das Heer, da sammelte der Kaiser sein ganzes Herr, begeisterte es durch seine Ansprache, führte dasselbe gegen Jkonium, eroberte diese mäch­tige Stadt, und schlug das Heer der Türken, das zum Entsaz heranrükte. Das Christenheer zog weiter in Ar­menien, aber die Hize war unerträglich; da badete der Kaiser im Fluße Kalykadnus (Seleph) und ertrank 1190; nach einer Sage wurde seine Leiche nicht aufgefunden, nach einer andern liegt er in Antiochia begraben. Kaiser Friedrich Barbarossa war vermählt mit Beatrir, Tochter des Grafen Reinold von Burgund; von dieser schönen geistreichen Blondine wurden ihm fünf kraftvolle Söhne geboren, deren ältester, Heinrich VI., sein Nachfolger wurde. An Barbarossas Tod knüvsten sich in Deutschland viele Sagen, weil das deutsche Volk nicht glauben konnte, daß sein großer Kaiser gestorben sei. Wahlspruch: Qui nescit dissimulare, nescit regnare. 23. Helnrssch VI., geboren 1165. Als dessen Vater Barbarossa auf den Kreuzzug sich begeben hatte, war Heinrich als Reichsverweser in Deutschland zurükgeblieben; er schloß mit Heinrich dem Löwen, der vom Kreuzzuge zurükgekehrt, seine verlornen Besizungen wieder erkäm­pfen wollte, einen Waffenstillstand, und eilte nach Rom, sich vom Pabste krönen zu lassen, welches am 15. April 1191 zu Rom geschah. Heinrich besaß die ganze Thatkraft

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