Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
52 deutscher Nazion genannt; das Alterthum verschwand unter dem Glanze der aufgehenden Sonne des christlichen Mittelalters, indem Karl die Kaiserinacht auf das Lehnrecht und das Vasallenthum, und mit ihr das tausendjährige Reich gründete. Karl der Große starb am 28. Januar 814 im 72. Jahre seines Alters, nachdem er früher 42 Jahre in Frankreich und 14 Jahre als Kaiser regiert hatte, zu Aachen, wo er in der von ihm herrlich erbauten Kathedrale, in einem besonders ausgestatteten Grabgewölbe, als Kaiser auf dem Thron sitzend, beigesezt wurde. Sein Wahlspruch war: Christus regnál, Christus v in eit, Christus triumphal. 2. Ludwig I. der Fromme, jüngster Sohn Karls des Großen, geboren 778 im Schloße zu Caßereuil in der Landschaft Agenois, der ihn schon im Jahre 813 zum Mitregenten angenommen, folgte seinem Vater 814 auf dem Kaiserthrone. Ein geistesschwacher Fürst, obschon majestätisch groß von Körper, regierte er 26 Jahre unter fortdauerndem Streite mit seinen drei Söhnen Lothar, Pipin und Ludwig; er starb 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim und wurde zu Mainz begraben. Wahlspruch: Omnium rerum vicissitudo. 3. Lothar I., ältester Sohn Ludwig des Frommen, geboren 796, ward am 10. Juli 817 von seinem Vater zum Mitregenten erklärt, dem er 840 auf dem Throne folgte. Er regierte 15 Jahre, immer int Streite mit seinen Brüdern Ludwig dem deutschen und Karl, der endlich in dem Vertrage zu Verdun 843 sein Ende fand. Lothar starb 855 aus Ueberdruß des Lebens in dem von ihm gestifteten Benediktiner-Kloster Prüm. Wahlspruch: Ubi mel, ibi fei. 4. Ludwig II., genannt der Deutsche, dritter Sohn Ludwig des Frommen, trat im Jahre 855 die