Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

160 Zweitens: daß alle auf das Leben und die Tha- ten des Heldenmarschalls wie der siegreichen Armee Be­zug habenden Schriften und Gedichte gesammelt werden möchten, und durch Abdrücke verbreitet, um dadurch ein Andenken an die Retter des Vaterlandes zu gründen; woraus dann später Vas Radetzky-Album entstand, auf welches wir zurückkommen werden. Der dritte Zweck endlich betraf die Verbesserung der Mittel zur Landesvertheidigung, wovon wir schon, wie von dem Erfolge der Bemühungen Mahl-Cchedl's für diesen Gegenstand Erwähnung gethan haben. Es wurde jetzt mit kräftiger Hand daran gearbeitet, das Vereinsnez über ganz Tirol zu spannen und so viele Filialvereine zu bilden als möglich. Um nun den ersten Zweck: Verpflegung der Verwundeten, Kranken und In­validen auf dem Durchmarsch durch das Land Tirol zu erzielen, wurde gesucht, die ersten Filialvereine in den Marschstationen an der Hauptstraße von Verona nach Salz­burg zu Stande zu bringen, und zwar in den Stationen Ella, Roveredo, Trient, Neumarkt, Botzen, Kollmann, Briren, Sterzing, Steinach, Innsbruck, Schwaz, Ratten­berg, Wörgel und St. Johann, in welchen bei Transpor­ten und Märschen übernachtet, auch Rasttag gehalten wird. Noch im Jahre 1848 hatte man auf Mahl - Schedl's Schreiben vom 20. Juli angefangen, dort und da wan­dernde Verwundete und Invaliden zu unterstüzen. Im Jahr 1849 gab Mahl-Schedl eine Broschüre her­aus unter dem Titel: Der Tiroler Radetzky-Verein, welche als Jnstrukzion an die Filial-Vereine gesendet wurde, und mächtig dazu wirkte, deren neue anzuwerben. Kurz, mit Ende des Jahres 1849 war der Radetzky-Ver­ein vollkommen organisirt, und im Lokale des Hauptver­eins zu Innsbruck waren immer Subskripzionsbögen auf­gelegt zur Sammlung für die Zweke des Vereins. Bis zum 10. Februar 1850 waren in Innsbruck allein in den lezten eiXf Monaten 1247 Mann verpflegt und mit Geld auf die Hand betheilt worden, 1000 fl.

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