Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

151 Wo einst der Tod so gräßlich hat gemäht, Sie ruhen schweigend, ernst — die Schlachtgefilde, Der Freiheit heil'ger Boden — drüber weht Des Friedens West, beglükend, sanft und milde. — Daß Lieder — rauschen sich die Ströme zu — Aus froher Brust an dem Gestade klingen, Die Höhn, wo ihre Rüken spähend dringen, Gewahren weitumher das Bild der Ruh'; Wo eh' der Haß geweilt, kehrt nun die Liebe, Und Alles wirkt in friedlichem Getriebe! — Ein mächtig Denkmal ist Euch auferbaut Im großen Pantheone der Geschichte, Die Zeit, wo, ach! kein Morgenroth gegraut Dem Lande, lufet sie zum Weltgerichte, Nur Euch blikt huldreich sie ins Angesicht, Und es entfaltet sich uns Clio's Rolle! Die strenge, sichre, unheilvolle, Die ewigher in goldnen Lettern spricht: „Die gute Sache wird allein bestehen, „Das Schlechte muß besieget untergehen!" — In Eurem Körper wohnt die Zuversicht, — Sollt Ihr auch aus den tapfern Reihen schwinden, Wie sie sich um des Vaters Schläfe flicht, Wird sie sich in der Söhne Herzen finden. Drum seid Euch selbst das schönste Monument: Zur Basis dienet Eure Kriegerehre, Die Flächen bilden Eurer Helden Speere, Die Spize der erhabene Regent! So steht Ihr sicher da, die eh'rne Mauer, Des hohen Ruhmes voll für alle Dauer! — — Wenn Oesterreich den schönen Preis erringt, Daß seine Völker groß und stark sich fühlen, Zum Oelzweig rankend sich der Lorbeer schlingt, Der Völker Dank begrüßt des Herrschers Willen; Wenn an der neuen Freiheit hehrem Strahl

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