Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

Die freiheitlechzende, entbundne Menge, Und unter ihre glüksentlokten Klange Mengt sich der Schrekensruf: „Dem Fremden Tod!" Und unaufhaltsam eilen vor die Streiter, Gedrängt durch das gebieterische Weiter! Doch plözlich starrt die Masse, flott der Zug, Das Heer stellt sich gefaßt in Schlachtenreihe, Da drängt „der Deutsche" vor in eil'gem Flug 3tun Feinde, in erhabner Kriegerweihe! Rasch wußte jener furchtkarlohnend ihn Mit dem Geschoß, mit seinen Bajonetten, Auf fremder Erd' im großen Grab zu betten, Verjagt den Eilenden zur Grenze hin, Und sollte ihm im eignen Lande lehren, Im Oesterreicher Oesterreich zu ehren! — Der Mann, der eine Herrscherkrone trägt, Bethört von einer kokenden Chimäre, Von einem Volk, das ihn in Fesseln schlägt, Büßt nun die Mannes-, die Regenten-Ehre, Erkaufet den Verlust der Krone sich Durch seiner theuern Landeskinder Leben, Weil er den kühnen Wahn nicht aufgegeben, Daß Oesterreich von seinen Marken wich! Eh' mußten klingend alle Schwerter brechen, Eh' mußt' der legte Mann die andern rächen! — Ihr habt das unerbittliche Geschik Auf eine übermenschlich Art bezwungen; Erbitten ließ sich's nicht, so galt's den Sieg! Der Tod war als Vermittler vorgedrungen! Die Degenspize trug das Vaterland! Ihr habt's befreit, ihr wakeren Titanen! An Euern stegesstolzen Kriegesfahnen Hat es bereits die eigne Schmach erkannt: Drum habt Euch nicht gewürdiget zu klagen, Da ß es Euch konnte seinen Dank versagen! — 14 4

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