Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

121 weil fein Th eil nachgeben wollte. Von dort begab sich der Kaiser nach Aachen, wo ihm der Churfürst von Köln am 17. Juni 1442 die Krone aufsetzte Unter allen Kaisern, welche die Krone des heiligen römischen Reiches trugen, von Karl dem Großen bis auf Franz 11., ist Kaiser Friedrich III. derjenige, welcher den Reichsszepter am längsten führte, indem er volle 53 Jahre regierte. Der Raum, der uns nur zu der vorliegenden Ar­beit gegönnt ist, gestattet uns nicht, im Einzelnen der Reihe der Begebenheiten zu folgen, welche die lange Re­gierung Friedrichs IV. bezeichnen, nur bei den eminentern Thatsachen werden wir kurz verweilen, und zum Schluffe der verschiedenen Urtheile erwähnen, welche die Schrift­steller, welche über diese Geschichtsperiode geschrreben, über die Persönlichkeit des Kaisers und seine Regierung gefällt haben. Das deutsche Reich hatte jezt durch eine längere Zeit Friede gegen Außen; nur im Innern wur e die Ruhe häufig gestört durch die Fehden der Städte und Adeligen. Zwischen Oesterreich und der Schweizer Eid­genossenschaft dauerte die Fehde schon seit dein Tode des Grafen von Toggenburg, und die Schweizer hatten sich mehrere Besizungen Oesterreichs zugeeignet; schon mehr­mals hatten sie tont Kaiser die Bestätigung ihrer Frei- heiten erbeten, die er ihnen aber immer abschlug, bis die Eidgenossen nicht jene Länder dem Hause Oesterreich zu- rükgegeben laben würden, welche sie demselben während des Kostritzer Konciliums entrissen hatten. Am 25. Juni 1448 wurde endlich ein Vergleich abgeschlossen, welcher die Verhältnisse so feftitetite, wie sie vor dem Kriege ge­wesen, und am 14. Mai 1449 kam auch der Friede zwi­schen Oesterreich und Basel zu Stande. Im Jahre 1450 hatte Kaiser Friedrich die Unter­handlungen mit dem Pabste wegen der Krönung begon­nen, ebenso über seine Verheiratung mit Eleonóra, Schwe­ster König AlphonS V. von Portugal, durch seinen Ge­heimschreiber, den Bischof Aeneas Sylvio. Am Neu­jahrstage 1452 überschritt Kaiser Friedrich in Begleitung

Next

/
Thumbnails
Contents