Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
102 Ludwigs war: Sola bona quae honesta, jener Friedrichs: Morte beata nil beatius. 31. Karl IV. von Böhmen, Sohn Johanns von Luxemburg, geb. am 14. Mai 1316; Philipp von Frankreich und der Pabst hatten dem deutschen Reiche einen Kaiser gegeben, den sie als ihr Werkzeug betrachten zu dürfen glaubten. Karl IV., das Geschöpf väbstlich - französischer Politik, mußte sich, damals von seinem Vater noch abhängig, dazu hergeben, dem König Philipp von Frankreich gegen den König Eduard von England zu dienen. Doch in der großen Schlacht bei Crecy am 26. August 1346 unterlag Frankreich, Kaiser Kart sioh, wurde aber durch den Tod seines Vaters, der sich, weil er blind nicht selbstständig fechten konnte, zwischen zwei Reiter bmden ließ und im Kampfe blieo, von dessen Vormundschaft befreit, und war als Kaiser der Deutschen zu stolz, um sich an das kleinliche Interesse eines französischen Königs fesseln zu lassen. Deutschland war damals wieder in zwei Parteien gespalten, in die Luxemburger und Wittelsbacher; diese legten trugen dem König Eduard von England die deutsche Kaiserkrone an, allein das Parlament gestattete ihm nicht deren Annahme; jetzt wählten die Wittelsbacher und ihr Anhang: Brandeubura, Pfalz, Mainz und Sachsen, den biederben Grafen Günther von Schwarzburg, einen wackern Tur- nierveloen, der sich schon in den thüringischen Kriegen ausgezeichnet hatte, zum Kaiser. Der schlaue Karl aber unterhandelte mit Eduard von England, bewies ihm, daß sie sich einander wechse fettig gegen Frankreich bedürften , und löste dann mit gleicher Gewandtheit den Wittelsbacher Bund auf, indem er den Plalzgraf Ruprecht dadurch gewann, daß er dessen Tochter Anna heiratete , und Ludwig dem altern von Wittelsbach Brandenburg überließ Günther von Schwarzburg wurde noch in demselben Jahre 1347 auf Karls Befehl von dem Arzte Freidank vergiftet, und er selbst nebst allen Kur